Gesichtszeit

Die Zeit, in der ich dein Gesicht auf dem Bildschirmchen meines kleinen elektronischen Universalbegleiters sehe, flach nur und zweidimensional, bei schlechter Verbindungsqualität mit fast schon künstlerisch anmutenden Standbildeffekten, der Ton teils abgehackt oder verzerrt, bei besserer Verbindung durchaus mit fließenden Bewegungen, so nah und doch so fern, keine Wärme außer die deiner warmen Worte und die vom gerade ladenden Akku ausgehende, allerdings kein Ersatz für die menschliche Berührung und Umarmung, aber trotzdem unverzichtbar, um Nähe vorzutäuschen, Plagiat einer Begegnung, ohne die ich es nicht aushalte ohne dich, bis zu unserem Zusammentreffen in der anderen, besseren Zeit, die nicht nur die Abbildung des Gesichts umfasst, sondern unsere ganzen Körper in allen zur Verfügung stehenden Dimensionen.

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Jan

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